Als Facebook vor genau einer Woche erstmals an der US-Technologiebörse NASDAQ notierte, waren der Hype und die Erwartungshaltung riesengroß, handelte es sich doch um den bisher größten Börsengang eines Internetunternehmens. Mit der Gesamtbewertung von 104 Milliarden US-Dollar brach das Börsendebüt von Mark Zuckerbergs sozialem Netzwerk alle Rekorde. Zum Vergleich: Google, das heute auf ca. 200 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, kam bei seinem Börsengang im Jahr 2004 auf eine Bewertung von „nur“ 23 Milliarden US-Dollar. Der Ausgabekurs der Fakebook-Aktien lag zum Börsenstart beim anvisierten Höchstpreis von 38 US-Dollar pro Stück. Facebook nahm durch den Aktienverkauf insgesamt 16 Milliarden US-Dollar ein und machte seine Mitarbeiter über Nacht zu Millionären. Zuckerberg selbst kassierte durch den Verkauf von 30 Millionen Anteilsscheinen 1,1 Milliarden US-Dollar.

Chaotischer Start

Auch wenn es sich nicht um Freitag, den 13., sondern um Freitag, den 18. Mai, handelte, stand der Facebook-Börsengang von Anfang an unter keinem guten Stern und startete aufgrund technischer Probleme mit einer halbstündigen Verspätung. Die NASDAQ war mit der Flut an Anlegerwünschen schier überfordert, was dazu führte, dass die Anleger stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Kauf- und Verkaufsaufträge waren. Das Interesse an der Aktie wurde somit jäh gebremst, Kursverluste waren die Folge. Die NASDAQ sieht sich nun mit Sammelklagen von Investoren konfrontiert. Der zu hoch angesetzte Ausgabepreis der Facebook-Aktie verbunden mit der Umsatzprognose, die von der Investmentbank Morgan Stanley unmittelbar vor Erstnotiz der Aktie gesenkt wurde, trugen ebenfalls zum durchwachsenen Börsenstart des Internetgiganten bei. Die US-Börsenaufsicht (SEC) und die Kontrollbehörde für die Finanzindustrie (Finra) prüfen die Vorgänge bereits.

Erste Bilanz

Facebooks erste Börsenwoche verlief also alles andere als nach Wunsch und wurde von Pannen, Ungereimtheiten und hohen Kursverlusten begleitet. Eine Woche nach dem Börsengang steht die Aktie nur mehr bei 32,75 US-Dollar, 14 Prozent weniger als der Ausgabewert. Der Hype um die Facebook-Aktien hat sich bereits in der ersten Woche gelegt, was nicht unbedingt als Nachteil zu werten ist. Schließlich ist die reale, langfristige Entwicklung des Unternehmens und nicht die Profitgier einiger Investoren und Banken entscheidend. Und für die 900 Millionen User des sozialen Netzwerks wird sich auch nach dem Börsengang nichts ändern.