Eine (hoffentlich) leckere Kreation aus knusprig paniertem Hähnchenfleisch, Rucolasalat, Emmentaler Käse und Kräuter-Sauce – so sieht der erste Social-Media-Burger Deutschlands aus. Mc Donald’s hatte seine Fans auf Facebook aufgerufen über einen „Burger-Konfigurator“ ein eigenes Produkt zu entwickeln. Aus 70 Zutaten (theoretisch über fünf Millionen Kombinationsmöglichkeiten) konnten Fastfood-Fans ihren eigenen Burger kreiren und zur Abstimmung stellen. Die fünf Gewinner-Burger, darunter der oben beschriebene „Just Stevunho“, können in Kürze in den Burger-Läden mit dem großen M in ganz Deutschland gekostet werden.

Mc Donald’s ist freilich nicht das Unternehmen, das sich von der Web 2.0 Community bei der Produktentwicklung unter die Arme greifen lässt. Ritter Sport zum Beispiel setzt auf „soziales“ Verpackungsdesign. Unter dem Motto „Wir machen die Schokolade, ihr die Verpackung“ können Designer ihre Vorschläge einreichen und sich dann dem Voting stellen. Ein ähnliches Konzept setzt auch der deutsche Wurstproduzent Rügenwalder um. Mit Hilfe von „Schinkenexperten“ aus der Community soll der „Schinkenspicker Genuss des Jahres“ entwickelt und gewählt werden. Der Ansatz geht nach der erfolgreichen Prämiere bereits in die zweite Runde.

Es ist kaum verwunderlich, dass sich Unternehmen bei der Produktentwicklung von der Online-Community unterstützen lassen. Damit haben Firmen einen direkten Draht zu Ihren Kunden und ersparen sich langwierige Tests. Der berühmte Ikea-Effekt (Selbst etwas schaffen) wirkt hier Wunder. Die rege Beteiligung an den Aktionen verspricht großen Erfolg der kreierten Produkte und bringen einen unbezahlbaren Marketingeffekt.

Österreichische Unternehmen haben hier noch Aufholbedarf. Mut zum Risiko ist gefragt. Mit kreativen Strategien in der Social-Media-Welt kann man nicht nur seine Produktentwicklung entlasten, sondern erhält einen Image-Schub und stärkere Kundenbindungen, die auf klassischem Weg kaum noch zu erreichen sind.